Nachdem die Obduktion von Sebastian Faißt beendet ist (offizielle Todesursache Herzversagen, meine Vermutung ist allerdings immer noch ein Aneurysma) wurde der Leichnam von der Gerichtsmedizin in Zürich zur Beerdigung freigegeben. Auf Wunsch der Familie Faißt findet die Beerdigung schon am Samstag, dem 21. Geburtstag von Sebastian, statt. Die Mannschaft von Dormagen möchte bei der Beerdigung dabei sein, um sich von ihm verabschieden zu können. Deswegen wird das Spiel gegen Lemgo jetzt doch auf Ende April verlegt.
Ich finde diese Entscheidung gut, weil durch die Verabschiedung zwar einerseits den Spielern die Endgültigkeit des Todes vor Augen geführt wird, aber andererseits können die Spieler wirklich auf eine Art und Weise mit der Situation abschließen. Es ist klar, dass die Spieler noch nicht wirklich damit abschließen können, aber die Beerdigung wird ihnen auf jeden Fall bei der Verarbeitung der Situation helfen.
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Donnerstag, 5. März 2009
TSV Dormagen spielt am Wochenende
Sebastian Faißt 7.3.1988-3.3.2009
Die Mannschaft des TSV Dormagen, in der Sebastian Faißt spielte, hat sich entschlossen, am Wochenende zu ihrem Spiel beim TBV Lemgo anzutreten. Die Spieler ließen sich offensichtlich
Zeit mit ihrer Entscheidung, sie wollen aber antreten, weil sie denken, dass "Sebastian dies so gewollt hätte". Bei allen Spielen der Handball-Bundesliga wird es am Wochenende eine Schweigeminute für Sebastian Faißt geben.
Zeit mit ihrer Entscheidung, sie wollen aber antreten, weil sie denken, dass "Sebastian dies so gewollt hätte". Bei allen Spielen der Handball-Bundesliga wird es am Wochenende eine Schweigeminute für Sebastian Faißt geben.
Ein Eintrag aus dem Kondolenzbuch, das auf der Site des TSV Dormagen eingerichtet wurde, der mir sehr gut gefallen hat: "Vermisst mich, aber lasst mich gehen. Wenn ich an das Ende meines Weges komme und die Sonne für mich untergegangen ist, wünsche ich keine Zeremonien in einem dunklen Raum. Warum um die Seele weinen, die frei geworden ist; vermisst mich eine Weile, aber nicht zu lange, und nicht mit tiefgebeugtem Haupt. Erinnert Euch der Liebe, die uns einst verband. Trauert um mich, aber lasst mich gehen. Das ist eine Reise, ein Weg, den wir alle gehen müssen, und jeder muss allein gehen, es ist ein Teil von Gottes Plan. Vermisst mich - aber lasst mich gehen."
....es ist ein Teil von Gottes Plan. ... Auch wenn die Zurückgebliebenen momentan überhaupt keinen Sinn in dem Tod dieses oder jedes anderen jungen Menschen sehen, hat Gott doch einen Plan damit. Die Absicht Gottes ist auch für außen stehende im Moment der Fassungslosigkeit nicht (immer) zu erkennen. Es ist auch während der Fassungslosigkeit gar nicht die Zeit der "Aber das hat jetzt den und den Sinn"-Sprüche. Wenn man jetzt mit solchen Sprüchen kommen würde, käme man wahrscheinlich nur als Besserwisser rüber. Und das ist absolut nicht das, was Gott sich in diesen Momenten tiefer Trauer vorstellt. Im Römerbrief, Kapitel 12, Vers 5 sagt die Bibel: "Freut euch mit den Fröhlichen! Weint aber auch mit den Trauernden!" Das bedeutet, dass man als Außenstehender einfach für die Leute da sein soll, um ihre Gefühle auszuhalten, um ihre Fragen zu beantworten, um sie einfach mal in den Arm zu nehmen, ohne sie gleich zuzulabern.
Ihr Spieler vom TSV, gerade für euch wird das Spiel am Samstag wahrscheinlich ein Spiel, dass ihr in eurer ganzen Karriere nicht vergessen werdet, weil ihr euch dazu zwingen müsst, während des Spiels mal 80 Minuten nicht an Sebastian zu denken. Aber das Leben von euch geht weiter, auch wenn Sebastians Tod eine Lücke gerissen hat, die kein anderer ausfüllen kann. (Oh Mann, jetzt werde ich selbst zu einem Schwätzer...) Ich wünsche euch viel Kraft in den nächsten Wochen.
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Mittwoch, 4. März 2009
Halli Hallo
So, jetzt habe ich mich endlich auch dazu durchgerungen, einen eigenen Blog zu eröffnen. Ich war schon einige Zeit mit dieser Idee "schwanger", aber musste mir erstmal überlegen, wie ich das machen will, worüber ich genau schreiben will usw.. Ich wusste irgendwie, dass er mit Sport zu tun haben sollte, aber dass auch eine meiner anderen Leidenschaften, der christliche Glaube, nicht zu kurz kommen sollte.
Ich selbst bin total Sport-verrückt, meine "Hauptsportarten" sind Fußball und Tennis, aber ich interessiere mich auch für viele andere Sportarten. Die anderen Sportarten variieren ein bisschen je nachdem, welche Sportarten im free-tv übertragen werden. Das liegt auch daran, dass ich mich weigere, mir pay-tv anzuschaffen, weil ich, so wie ich mich kenne, dann den lieben langen Tag vor der Glotze hängen würde und mir vom englischen Premier-League-Fußball bis zu NHL-Eishockey nachts um zwei und Bundesliga-Basketball ALLES reinziehen würde, was da übertragen wird.
Der Anlass für das erste post hier ist ein ziemlich trauriger. Gestern abend starb Sebastian Faißt, ein Spieler der deutschen U21-Handball-Nationalmannschaft während eines Testspiels in der Schweiz. Der Arzt der Nationalmannschaft vermutet als Todesursache, dass ein Blutgefäß im Schädel geplatzt ist. Ich weiß, ich sollte eigentlich auf das Ergebnis der Obduktion warten, aber dieses "geplatzte Blutgefäß" erinnert mich stark an ein Aneurysma. Das Tückische an einem Aneurysma ist, dass es jahrzehntelang unentdeckt im Körper sein kann, ohne dass man als Betroffener irgendwelche Beschwerden hat. Wenn ein Aneurysma entdeckt wird, bevor es platzt, kann man echt froh sein. Andererseits ist selbst dann noch nicht gesagt, dass dann beim Abklemmen des Blutgefäßes alles glatt geht, wie die Operation bei Monica Lierhaus zeigt.
Wo gibt es jetzt die Verbindung zum biblischen Glauben? Im Psalm 90, Vers 12 heißt es in der Bibel: "Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden." Wir Menschen verdrängen oft, dass unser Leben auf dieser Erde begrenzt ist, und dass wir gar nicht wissen können, ob wir im Alter von 20, 45, 67 oder gar erst 89 Jahren sterben. Ich finde es interessant, dass die Bibel den Gedanken ans Sterben mit Klugheit (andere Bibelübersetzungen benutzen das Wort "Einsicht" oder "weises Herz") verbindet. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ein Mensch, der sich nicht mit dem Gedanken an den Tod beschäftigt oder beschäftigen will, ein gedankenloser Mensch ist. Aber Gott lässt nicht zu, dass ein Mensch zu lange nicht über den Tod nachdenkt. Auf irgendeine Art und Weise wird jeder Mensch früher oder später mit dem Thema Tod konfrontiert. Sei es, dass im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis jemand krank wird oder stirbt, sei es durch Todesfälle wie den von Sebastian Faißt, die durch die Presse gehen.
Petrus sagt in seinem 2. Brief des Petrus, Kapitel 3, Vers 9, dass Gott Geduld mit den Menschen hat, weil Er nicht will, dass ein einziger Mensch verloren geht, sondern zu Gott umkehrt und ewiges Leben findet. Das ist am Ende das große Ziel Gottes mit den Menschen.
So, das war's für heute. Und versprochen, es wird in diesem Blog nicht immer um Tod gehen, sondern auch um andere Themen.
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